Sunday, June 23, 2013

Feiern muss gelernt sein

Es gibt nicht viele Rituale, die in Deutschland gefeiert werden. Zwischen Geburt und Hochzeit sind es nur einzelne Geburtstage, die bedeutender sind als andere. Gleichzeitig gibt es noch die Konfirmation, in der Heranwachsende in den Kreis der Erwachsenen eintreten. Mit dem 18. Geburtstag gilt die Übergangsphase ins Erwachsenenalter als abgeschlossen. Oft folgen darauf die Fahrerlaubnis und kurze Zeit später auch der Schulabschluss. Sehr viel Neues für so einen jungen Menschen.

Nach monate- und wochenlangen Lernen, heißt es  die anstrengende Prüfungszeit mit einer großen Feier abzuschließen. So haben die Schulabgänger die Möglichkeit, all ihren Unterstützern zu danken, aber auch von Menschen, die es ihnen in dieser Zeit schwer gemacht haben, friedlich Abschied zu nehmen. Dieser besondere Tag beginnt natürlich mit der feierlichen Zeugnisübergabe, die die Lehrer organisieren. Oftmals hält noch ein Lehrer eine Rede für die Schulabgänger. Damit die Überraschung auch eine bleibt, empfiehlt es sich, Eltern einen geeigneten Lehrer dafür zu finden. Denn diese sollte von Herzen kommen und keine Pflichtveranstaltung sein. Dabei können solche Reden wie an der Wellesly High School im Jahr 2012 zustande kommen. Der Englischlehrer David McCullough Jr. wurde im Jahr 2012 sogar  zur Berühmtheit, nachdem seine Rede an der Wellesly Highschool auf YouTube zu verfolgen war und noch immer ist.
Rede bewegte die Welt. Denn anstatt von der schönen Schulzeit zu schwärmen, sprach er Klartext: Sinngemäß sei es nichts Besonderes die Schule mit einem Zeugnis zu verlassen, auch wenn es für jeden einzelnen ein besonderer Tag sei. „Mamas Liebling“ sei zudem kein Garant dafür ein erfülltes Leben zu leben. Jeder müsse selbst dafür Sorge tragen. Mit Witz und Aufrichtigkeit gelang es diesem Lehrer eine besondere Rede zu halten.

Wobei für die Schüler meist die Abschlussparty oder der Schulscherz mit den Lehrern, als Revanche für ihre unangekündigten Kurzkontrollen, von größerer Bedeutung sind. Denn neben dem Prüfungsstress wird dies oftmals selbstständig von den Schülern auf die Beine gestellt.

Aber nicht nur für die Schüler ist dies ein aufregender Tag. Eltern überlegen, was sie ihrem Sohn oder ihrer Tochter zu diesem Ereignis schenken können, um ihren Stolz auszudrücken? War es zur Generation Golf noch ein Auto, ist es in der Generation Praktikum oder Generation Internet bedeutend schwieriger. Heute ist es keine Ausnahme mehr, sich nach der Schule eine Auszeit zu nehmen und die Welt zu bereisen. Doch angesichts der Ausbildungs- und Studienkosten, die Eltern noch etwa weitere zehn Jahr mittragen müssen, wäre eine solche Reise schon eher ein Luxusgeschenk.  Doch es muss es eine Weltreise sein?

Wichtig ist, dass sich die Absolventen nach der Schule nicht allein gelassen fühlen. Auch wenn es für Eltern der Anfang einer neuen Lebensphase ist und Meinungsverschiedenheiten auf die Tagesordnung stehen - Diese Zeit ist für beide Seiten eine Herausforderung. Die Kinder gehen nun aus dem Haus, um einen Beruf zu lernen oder zu studieren. Sie werden selbstständiger und treffen nunmehr Entscheidungen ohne Mutter und Vater. Letzteres fällt gar nicht so leicht in einer Gesellschaft, in der einem alle Möglichkeiten offen stehen. Leider gehören Ablösungsrituale nicht hierher, mit der Absolventen gestärkt in die neue Lebensphase gehen könnten.

Da es nichts gibt, was es nicht gibt - Wie wäre es mit einem Erlebnis-Seminar-Geschenk?
Ruhe vom Alltag, mehrere Tage in der Wildnis mit Gleichaltrigen, eigene Grenzen sowie auch ungeahnte Fähigkeiten kennen lernen, um danach stolz  und gestärkt ins alltägliche Leben zurückkehren.

Seminare für Übergangsrituale Seminare für Übergangsrituale
Teenwolf – Initiation ins Erwachsenwerden Teenwolf – Initiation ins Erwachsenwerden

Sicherlich sind solche Erfahrungen nicht jedermanns Sache. Andere wiederum mögen lieber eine große Party mit Freunden oder einen neuen Laptop. Wichtig ist doch, dass die Feier oder das Geschenk etwas besonders für denjenigen ist. Er oder sie sollte selbst entscheiden können, wie er den neuen Lebensabschnitt begeht. Wie die Vorstellungen darüber aussehen, erfahren Eltern und Lehrer nur über den persönlichen Kontakt und Austausch, der gerade in dieser Übergangsphase schwierig aber wegweisend ist.

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